Evektor · Tschechien
EV-97 Eurostar
4 Inserate verfügbar
Marktpreise
Minimum
21.000 €
Durchschnitt
31.063 €
↓ FallendMaximum
42.500 €
Baujahre 1998–2008 · 4 Inserate ausgewertet
Über die EV-97 Eurostar
Die Evektor EV-97 Eurostar ist ein zweisitziges Ultraleichtflugzeug aus dem tschechischen Kunovice. Sie geht auf die Pottier P 220 S Koala zurück, die Evektor-Aerotechnik ab September 1996 grundlegend neu konstruierte; der Prototyp OK-CUR 97 flog im Mai 1997, die erste Kundenmaschine wurde im Oktober 1997 ausgeliefert. Nach Deutschland kamen die Eurostar-Modelle über den Importeur Flugsportzentrum Bautzen. Zugelassen ist der Typ als Ultraleichtflugzeug unter anderem in Deutschland, Tschechien, Frankreich, Italien, Belgien, Spanien, der Schweiz, der Slowakei, Finnland und Großbritannien.
Gebaut wird die Eurostar als Ganzmetall-Tiefdecker: Rumpf, Flügel und Leitwerk bestehen aus anodisiertem, korrosionsgeschütztem Aluminium, genietet und verklebt, während Flügelspitzen, Motorhaube und Hauptfahrwerksbeine aus GFK gefertigt sind. Der Flügel mit 8,10 m Spannweite und 9,84 m² Fläche nutzt ein modifiziertes NACA-4415-Profil mit 3° V-Form, die vierstufigen Spreizklappen (0/15/30/50°) werden mechanisch betätigt, elektrisch auf Wunsch. Die Baureihe wuchs in Stufen: Model 99 als erste Serienversion, ab Ende 1999 das Model 2000 mit 4 cm breiterem Rumpf, größerer Spannweite und geänderten Flügelspitzen, danach teamEurostar 2001 (Namensänderung wegen der Bahnmarke), 2002 und 2005 mit optional elektrischen Klappen und neuem Instrumentenbrett. 2004 wurde in Deutschland die Variante Model 2000/R für 472,5 kg Startmasse zugelassen. Motorisiert wird mit Rotax 912 UL (80 PS) oder 912 ULS (100 PS), optional war auch der Jabiru 2200; die Kabine ist 1,04 m breit, 1,18 m gegen Aufpreis.
Fliegerisch ist die Eurostar ein zügiges, aber gutmütiges Reise-UL: Kennblätter und Herstellerangaben nennen 160–180 km/h Reisegeschwindigkeit mit dem 80-PS-Motor und 180–200 km/h mit 100 PS, wobei der obere Wert der Geschwindigkeit bei maximaler Leistung entspricht und nicht dem Dauerreiseflug. Die höchstzulässige Geschwindigkeit hängt von der Baureihe ab: 215 km/h beim Modell 97, 225 km/h beim Modell 99 und Modell 2000 und erst beim Modell 2000/R 270 km/h (mit Magnum Highspeed Softpack 260 km/h) – maßgeblich ist immer das Kennblatt des konkreten Exemplars. Die Überziehgeschwindigkeit mit Klappen liegt bei 65 km/h CAS, das Steigen bei 5,5 m/s (80 PS) bzw. 8,0 m/s (100 PS), die Startrollstrecke bei 145 bzw. 100 m, die Landerollstrecke bei 200 m, die Dienstgipfelhöhe bei 5.000 m, die Gleitzahl bei 10. Der Rumpftank fasst im Standard 50 l, optional 65 l oder 78 l; mit 11 l/h (80 PS) bzw. 14 l/h (100 PS) ergeben sich daraus rund 450 bis 800 km ohne Reserve. Betriebslastfaktoren sind +4/−2 g, die Bruchlast +6/−3 g. Über alle Eurostar-Baureihen hinweg liegen die Inserate auf ul-flugzeugmarkt.de zwischen 21.000 und 85.000 Euro; die Spanne für diese Baureihe und die Baujahre der aktuell gelisteten Maschinen stehen live oben auf dieser Seite.
Stärken sind die robuste, langlebige Metallbauweise, die niedrigen Betriebskosten des Rotax-912-Antriebs, die große Verbreitung – Jane's nennt über 500 bestellte Exemplare aller Versionen und 470 fliegende Maschinen bis August 2005 – und die daraus folgende gute Teile- und Werkstattlage. Der Lärmpegel von 60 dB(A) nach deutscher LSL Kapitel 6 macht sie an lärmsensiblen Plätzen unproblematisch, Rettungssystem, Flügelklappmechanismus und Schleppkupplung waren als Option verfügbar. Die Schwächen sind ebenso deutlich: Bei 450 kg Startmasse und einer deutschen Ausstattungsleermasse von 288 bis 294 kg bleibt nur eine knappe Zuladung, der Gepäckraum hinter den Sitzen ist auf 15 kg begrenzt, die Standardkabine mit 1,04 m Breite ist für zwei große Piloten eng, und der Basispropeller ist ein fester Holzpropeller ohne Verstellmöglichkeit.
Die Eurostar passt zu Piloten, die zu zweit mit leichtem Gepäck zügig überland fliegen wollen und Metall gegenüber Composite bevorzugen – ein wartungsfreundliches, verbreitetes Muster mit ehrlichen Flugeigenschaften, das sich auch für die Schulung eignet. Wer eine geräumigere Kabine, 472,5 kg Startmasse und die modernere Aerodynamik der Sleek-Line-Generation sucht, sollte die EV-97 EuroStar SL vergleichen; wer eine 600-kg-Zulassung braucht, muss ohnehin zu neueren Baureihen greifen.
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