TL Ultralight · Tschechien
Sting S4
3 Inserate verfügbar
Marktpreise
Minimum
77.000 €
Durchschnitt
112.500 €
→ StabilMaximum
179.500 €
Baujahre 2015–2023 · 3 Inserate ausgewertet
Über die Sting S4
Der TL-2000 Sting S4 ist das bekannteste Muster von TL-Ultralight und steht seit 2010 in Produktion. Er ist die vierte Generation der Sting-Familie, die 2001/2002 mit dem TL-2000 Sting Carbon begann – in Deutschland wird diese erste Generation als TL-96 Sting geführt, wobei die Zuordnung der Bezeichnungen quellenmäßig nicht eindeutig ist – und über den TL StingSport für den US-LSA-Markt (2004 bis 2006) und den Sting S3 (2007 bis 2009) zum S4 führte. Der Sting wiederum stammt vom TL-96 Star ab, dem ersten Komposit-Tiefdecker des Hauses.
Gebaut wird der S4 als zweisitziger Tiefdecker mit Sitzen nebeneinander; die Primärstruktur besteht aus Carbon- und Glasfaser-Sandwich mit Schaumkern. Das Werkshandbuch nennt 9,12 m Spannweite, 6,20 m Länge, 2,05 m Höhe und 1,12 m Kabinenbreite bei einer Streckung von 7,69 und einer Gleitzahl von 12:1. Motorisiert wird mit dem Rotax 912 UL (80 PS) oder dem Rotax 912 ULS (100 PS), optional mit dem Rotax 914 Turbo (115 PS) oder dem eingespritzten 912 iS (100 PS). Britische Zulassungskonfigurationen führen den TL-Ultralight PowerMax Dreiblatt-Verstellpropeller mit 1.748 mm oder den DUC Swirl-3 Festpropeller mit 1.730 mm bei einer Untersetzung von 2,43:1. Das Fahrwerk ist ein festes Bugradfahrwerk mit lenkbarem Nasenrad.
Die Massen hängen von der Zulassung ab: Als klassisches Ultraleicht sind 450 kg zugelassen, mit Gesamtrettungssystem 472,5 kg; die LSA- und 600-kg-Baureihe darf mit 600 kg starten. Das britische Musterdatenblatt nennt für die 600-kg-Version eine typische Leermasse von 380 kg und eine maximale Leermasse bei Erstzulassung von 382 kg, der deutsche Vertrieb spricht von ab 325 kg. Beim Tanken stehen 77 Liter im Rumpftank zur Verfügung, mit den beiden Flügeltanks à 22 Liter sind es 121 Liter, davon 5,6 Liter nicht ausfliegbar. Kraftstoff ist bleifreies Super-Benzin mit mindestens 95 RON nach EN 228 – im US-Handbuch als "91 octane" nach der amerikanischen AKI-Skala angegeben, was 95 RON entspricht und nicht mit Normalbenzin verwechselt werden darf; AVGAS 100LL sollte laut Handbuch weniger als 30 Prozent der Betriebszeit ausmachen.
Fliegerisch ist der S4 ein schnelles Reiseflugzeug: Der Hersteller nennt 180 bis 250 km/h Reisegeschwindigkeit, das LSA-Handbuch 128 KIAS (etwa 237 km/h) Höchstgeschwindigkeit im Horizontalflug bei maximaler Dauerleistung in Meereshöhe. VNE liegt bei 290 km/h IAS im UL-Handbuch beziehungsweise 153 KIAS in der 600-kg-Ausführung. Das Steigen erreicht 5,58 m/s bei 130 km/h. Reichweite: 840 km ohne Flügeltanks, 1.370 km mit – jeweils ohne Wind und ohne Reserve. Die Kehrseite der Leistung sind die Anfluggeschwindigkeiten. In der UL-Version überzieht der S4 mit 80 km/h IAS ohne und 65 km/h IAS mit Landeklappen, in der 600-kg-Version mit 49 beziehungsweise 43 KIAS – das ist beherrschbar, verlangt aber sauberes Anfliegen und Ausschweben. Kunstflug ist nicht zugelassen, die maximale Querneigung beträgt 60°, die Lastfaktoren +4/-2 g ohne Klappen.
Stärken: viel Geschwindigkeit für wenig Sprit (der Hersteller nennt 16,2 l/h bei 75 Prozent Dauerleistung), moderne Ausstattung, ein breites Angebot durch die hohe Stückzahl und Musterbetreuung durch Wezel Flugzeuge in Damme. Schwächen: Die Datenlage ist widersprüchlich – Werkshandbuch, Herstellerwebsite und Vertriebsunterlagen nennen bei Rumpflänge (6,20 bis 6,65 m) und Flügelfläche (10,8 gegenüber 11,1 m²) unterschiedliche Werte, und die Dienstgipfelhöhe ist aus den zugänglichen Unterlagen nicht sauber zu belegen. Der Gepäckraum ist mit 25 kg knapp, die Besatzung auf zusammen 200 kg und maximal 100 kg pro Sitz begrenzt. Der Sting S4 ist damit das Flugzeug für Piloten, die Strecke fliegen und dabei früher ankommen wollen – nicht das erste UL für jemanden, der gerade die Lizenz in der Tasche hat.
Technische Daten
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